PARA-DRESSUR
Nur 0,375 Prozentpunkte fehlten auf das Kürfinale
Ein Tag zwischen Lachen und Weinen war der heutige Freitag für Julia Sciancalepore. Die Kärntner Grade-I-Reiterin hatte mit ihrem langjährigen Erfolgspferd Heinrich IV im Mannschaftsbewerb erneut einen souveränen Ritt im Aachener Deutsche-Bank-Stadion abgeliefert. 70,958 Prozent standen beim Verlassen des Vierecks auf der Anzeigetafel – eigentlich ein Grund zur Freude. Doch die Enttäuschung war groß, als es nach zwei starken Ergebnissen am Ende trotzdem nicht für das Kür-Finale am Sonntag reichte. Um denkbar knappe 0,375 Prozentpunkte.
„Am Mittwoch hatten wir in unserer Prüfung eine Störung, das war heute nicht der Fall, deshalb verstehe ich die Noten nicht ganz. Ich hätte mir gewünscht, dass die Richter einen Unterschied sehen zwischen dem scheuenden Pferd im Einzelfinale und einem entspannt gehenden Pferd heute im Teambewerb. Aber so ist der Dressursport, da muss man die Noten akzeptieren. Dass es jetzt so knapp nicht für die Kür gereicht hat, ist natürlich enttäuschend“, sagt die EM-Vierte des Vorjahres.
„Beide Prüfungen zusammenstoppeln, dann passt’s!“
Das Finale hatte Pepo Puch nach dem nicht optimal gelungenen Auftaktbewerb bereits für sich abgehakt. Heute gelang dem Steirer dennoch ein versöhnlicher Abschluss. 70,167 Prozent bedeuteten eine Steigerung um knapp zweieinhalb Prozentpunkte gegenüber dem Einzelfinale.
Das macht Mut für die kommenden Aufgaben. Auch wenn Puch, zielstrebig wie er ist, immer noch viel Raum für Verbesserungen sieht: „Wir haben probiert, das umzusetzen, was wir uns vorgestern vorgenommen hatten. Heute war Royale Choice in der Anlehnung viel ruhiger. Dafür konnte ich nicht ausreichend viel riskieren, um seine Schrittqualität zur Gänze auszuspielen. Wenn wir den Schritt vom ersten Tag und die Anlehnung von heute kombinieren könnten, dann wäre es optimal. Das ist das Ziel, auf das wir weiter hinarbeiten müssen.“
Deutliche Steigerung trotz Nervenflattern
Auch Thomas Haller brachte seine Team-Dressur im Grade III mit einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Einzelbewerb ins Ziel. Mit 65,567 % beendete das Paar die Prüfung auf Rang 15.
Dabei war es heute alles andere als einfach für den erfahrenen Championatsreiter aus Oberösterreich: „Hermine war heute schon beim Abreiten sehr nervös – so kenne ich sie eigentlich gar nicht. Im Viereck war sie dann unheimlich bemüht, dann hat es draußen laut gescheppert und ich hatte echt Sorge – aber sie hat das super gemeistert!“
Für Kopfzerbrechen sorgten einmal mehr die Noten. „Auch heute gab es große Diskrepanzen, die Wertungen lagen zwischen 68,5 und 63 Prozent. Keine Ahnung, wer mich nicht mag, oder wer mich besonders mag. Aber alles in allem bin ich einfach wahnsinnig stolz auf mein junges Pferd. Sie hat super mitgemacht, da bin ich echt dankbar. Mehr war einfach nicht möglich.“
Am Samstag schließen Julia Mitterhuemer und Showgirl die Para-Dressur-WM aus österreichischer Sicht ab. Im Teambewerb rangiert die rot-weiß-rote Mannschaft vor diesem letzten Ritt auf dem achten Platz unter 20 Nationen.