Thomas Haller ist neuer Inklusionsbeauftragter

Der sechsfache Paralympics-Teilnehmer Thomas Haller wurde zum ersten Inklusionsbeauftragten des Österreichischen Pferdesportverbandes (OEPS) bestellt. In seiner neuen Funktion möchte der 61-Jährige Berührungsängste abbauen, Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Pferdesport erleichtern und das sportliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen stärken.


„Mit der Inklusion sind wir dann fertig, wenn wir nicht mehr darüber reden“, bringt Haller seine Philosophie auf den Punkt. Der Pferdesport biete besondere Möglichkeiten, Inklusion zu leben: „Menschen mit und ohne Behinderungen können hier nicht nur gemeinsam, sondern auch gegeneinander Sport betreiben. Das ist einzigartig.“ Um dieses Potenzial stärker zu nutzen, setzt Haller vor allem auf offene Kommunikation, Bewusstseinsbildung und den Abbau bestehender Hemmschwellen.

Thomas Haller zählt zu den erfahrensten Para-Dressurreitern Österreichs. Seit 1998 im Sport aktiv, war er im Jahr 2000 in Sydney der erste Österreicher, der bei den Paralympics im Pferdesport an den Start ging. Auf diese Premiere, die er mit einem vierten Platz beendete, folgten fünf weitere Teilnahmen in Athen, Peking, London, Rio de Janeiro und Paris sowie zahlreiche Starts bei Welt- und Europameisterschaften.

Inklusion ist für Haller gelebte Praxis – beruflich wie im Sport. Der 61-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer von hallermobil, einem Unternehmen, das auf die barrierefreie Beförderung von Menschen mit Behinderungen spezialisiert ist. Darüber hinaus engagiert er sich seit 2007 Jahren als Veranstalter des einzigen internationalen Para-Dressurturniers in Österreich. Inklusion nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein: Parallel zu den Para-Bewerben finden reguläre Dressurprüfungen statt, eine eigene Inklusionswertung, bei der jeweils ein Reiter aus dem Regel- und dem Para-Sport gemeinsam ein Team bilden, unterstreicht den Gedanken des sportlichen Miteinanders.

„Inklusion ist uns im Österreichischen Pferdesportverband sehr wichtig. Pferde haben eine besondere Fähigkeit, Menschen zu erreichen und zu verbinden – unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht“, betont OEPS-Generalsekretär Johannes Mayrhofer. „Thomas Haller ist ein Pionier des Para- Pferdesports in Österreich. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung, seinem unermüdlichen Engagement und seiner beruflichen Tätigkeit bringt er die besten Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Wir freuen uns sehr, dass er diese Funktion übernommen hat.“

Fotos: Helene Iljazovic