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Beeindruckende Aufholjagd von Schneiders

Daniel Schneiders hat bei der Vierspänner-Weltmeisterschaft in Aachen am Samstag zur Aufholjagd angesetzt. Der Oberösterreicher zeigte im anspruchsvollen Marathon eine starke Vorstellung und verbesserte sich nach zwei Teilbewerben mit 176,76 Punkten auf Rang 19. Auch im Team hielt Österreich seine Position und geht als Zehnter in das abschließende Kegelfahren am Sonntag.


Schon auf dem Weg zum ersten Hindernis wurde deutlich, was den Marathon in der Aachener Soers besonders macht. Tausende Zuschauer säumten die Strecke und sorgten für eine außergewöhnliche Kulisse. Schneiders und sein Gespann mit Dancingstar, Duende, Fanno und Kroon Juweel kamen mit den Bedingungen gut zurecht und arbeiteten sich nach der Dressur deutlich nach vorne.

„Der Start ist hier auf dem großen Abfahrplatz und dann fährt man schon durch die Menschenmenge. Die Leute applaudieren bereits auf dem Weg zum ersten Hindernis – das ist unfassbar. Die Pferde haben sich zunächst schon gefragt, was hier eigentlich los ist, aber sie haben das super mitgemacht. Ich hatte das Gefühl, dass sie diese Atmosphäre richtig genossen haben“, sagte Schneiders im EQWO.net-Interview.
Dabei war im Marathon auch Improvisation gefragt. Im zweiten Hindernis nahm Duende eine andere Linie als ursprünglich geplant. Schneiders reagierte blitzschnell, stellte seine Route um – und wurde dafür sogar mit einer starken Zeit belohnt. „Wir mussten spontan umstellen. Ich hatte diesen Weg beim Abgehen zwar angeschaut, aber er war nicht unsere bevorzugte Variante. Es ging dann so gut, dass von außen wohl niemand gemerkt hat, dass wir eigentlich anders fahren wollten. Wir kamen raus, ich schaute auf die Uhr und dachte: Bestzeit. Man muss auch einmal spontan sein.“

Auch die Wasserpassage verlangte dem Gespann einiges ab. Schneiders musste vor der Einfahrt kurzfristig reagieren, verlor dort einige Sekunden, brachte seine Pferde aber sicher durch die Prüfung. Nach Dressur und Marathon hält der Oberösterreicher bei 176,76 Strafpunkten und Zwischenrang 19.

Österreich verteidigt Rang zehn

Für Österreich waren am Samstag auch Alexander Bösch, Erwin Gillinger und Wolfgang Binder im Marathon unterwegs. Der Vorarlberger Bösch liegt mit Daddy’s Sunshine 2, Franz Josef 19, Freestyle 3 und Levisto 3 nach zwei Teilbewerben mit 210,81 Strafpunkten auf Rang 40. Erst am letzten Hindernis musste er einen Rückschlag hinnehmen. „Wir sind sehr gut reingekommen, ich hatte ein super Gefühl und auch die Hindernisse haben wir richtig gut absolviert. Bis zum letzten Hindernis war es wirklich ein super Marathon. Dort hat es dann leider nicht funktioniert und mich der Fehler inklusive der Zeit rund 30 Punkte gekostet. Das ärgert mich natürlich, weil sonst im Gesamtresultat eine richtig gute Platzierung möglich gewesen wäre. Aber so ist der Sport“, erklärte Bösch. „Trotzdem war die Atmosphäre unglaublich. Gerade bei den Wasserhindernissen waren so viele Leute, die uns richtig angefeuert haben. Das war ein unglaubliches Gefühl und hat richtig Spaß gemacht.“

Unmittelbar dahinter liegt Erwin Gillinger. Der Oberösterreicher hält mit seinem Gespann (Eros, Fernandez, Harry, Magistraal) bei 210,94 Strafpunkten und Rang 41. Auch für ihn stellte vor allem die außergewöhnliche Atmosphäre eine besondere Herausforderung dar. „Normalerweise hat man bis zum ersten Hindernis eine Strecke zu bewältigen, das ist hier anders. Und die Zuschauer haben die Pferde natürlich zusätzlich aufgeheizt. Ab dem dritten Hindernis waren sie dann mehr bei mir. Die Anforderungen an den Kopf, auch für die Pferde, sind irre. Aber eines weiß ich: Ich will wieder her“, sagte Gillinger.

Wolfgang Binder absolvierte den Marathon mit Havelland TSF, Itzenplitz TSF, Mistery und Reinzauber TSF und liegt mit 237,09 Strafpunkten auf Rang 48. Der 71-jährige Steirer zeigte sich vor allem mit der Leistung seiner Pferde zufrieden: „Ich bin es gewohnt, dass meine Pferde Kondition haben, aber es sind hier so viele Leute, dass es schwierig war, zu den Hindernissen hin und auch wieder herauszukommen. Der Marathon war anspruchsvoll, aber die Pferde haben das perfekt gemeistert“, so Binder.

In der Teamwertung zählen in jedem Teilbewerb die beiden besten österreichischen Ergebnisse. Nach der Dressur waren dies die Resultate von Bösch und Gillinger, im Marathon brachten Schneiders und Gillinger ihre Ergebnisse in die Wertung ein. Österreich hält nach zwei Teilbewerben bei 378,18 Strafpunkten und weiterhin auf Rang zehn.

Die Entscheidung bei der Vierspänner-Weltmeisterschaft fällt am Sonntag. Das abschließende Kegelfahren beginnt um 8.30 Uhr.

Die österreichischen Ergebnisse nach Dressur und Marathon

19. Daniel Schneiders (OÖ) Dancingstar/ Duende/ Fanno/ Kroon Juweel – 176,76

40. Alexander Bösch (V) Daddy’s Sunshine 2/ Franz Josef 19/ Freestyle 3/ Levisto 3 – 210,81


41. Erwin Gillinger (OÖ) Eros/ Fernandez/ Harry/ Magistraal – 210,94



48. Wolfgang Binder (ST) Havelland TSF/ Itzenplitz TSF/ Mistery/ Reinzauber TSF – 237,09



Team Austria: 10. Platz – 378,18

Einzelergebnis Marathon


Teamstand nach dem Marathon

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