Vom WM-Reiter zum väterlichen Begleiter
Nun führt ihn der Weg zurück nach Aachen. Seine Rolle hat sich verändert, seine Verbindung zu diesem Ort nicht. Diesmal wird Englbrecht nicht selbst in den Parcours einreiten. Er begleitet Felix Koller, einen Reiter dessen sportliche Entwicklung er über viele Jahre mitgeprägt hat.
Englbrecht lebte zehn Jahre mit dessen Mutter zusammen, brachte Felix das Reiten bei und blieb auch danach an seiner Seite. Für Koller ist er Trainer, Vertrauter und väterlicher Freund. Für Englbrecht ist Felix jener Mensch, den er vermutlich länger und genauer kennt als jeder andere im Sport.
„Ich glaube, dass ich Felix ziemlich gut lesen kann“, sagt Englbrecht. „Er hat sehr viele Stärken, aber natürlich auch Schwächen, die man manchmal nur subtil erkennt. In gewissen Situationen weiß man nicht sofort, welcher Schritt der richtige ist. Ich hoffe, dass ich dann im entscheidenden Moment das Richtige probiere, um ihn motiviert in den Parcours schicken zu können.“
Genau darin sieht Englbrecht seine Aufgabe in Aachen. Nicht jede Unsicherheit muss ausgesprochen werden. Nicht jede Antwort ist technisch. Manchmal geht es um einen Blick, einen Satz oder das Gespür dafür, wann Bestärkung wichtiger ist als eine weitere Korrektur.