Österreich nach WM-Gelände auf Rang 13

Der anspruchsvolle Geländekurs von Aachen hat Österreichs Vielseitigkeitsteam alles abverlangt. Vor dem abschließenden Springen liegt die Equipe mit 247,6 Fehlerpunkten auf Rang 13, Lea Siegl ist mit Watermill Giorgio RS als 37. das beste rot-weiß-rote Paar.


Katrin Khoddam-Hazrati riss schon am letzten Hindernis jubelnd die Hände in die Höhe. Die Steirerin hatte mit ihrer selbst gezogenen Stute Renegade den technisch und konditionell anspruchsvollen WM-Kurs bewältigt. Zu den 38,3 Punkten aus der Dressur kamen 30 Zeitfehler. Mit insgesamt 68,3 Punkten geht das Paar als 48. in das Springen.

„Mein Pferd war spitze. Dass wir in der Dressur nicht die Besten sind, wissen wir – aber das holen wir im Cross auf. Sie gibt immer hundert Prozent. Das Gelände war sehr schwer, deshalb bin ich bewusst nicht zu schnell geritten und habe auf mein Pferd statt auf die Zeit geschaut. Jetzt hoffen wir im Springparcours auf die nächste Nullrunde“, sagte Khoddam-Hazrati ins Mikrofon der EQWO.net-Reporterin in Aachen.

Siegl verliert früh ein Eisen

Lea Siegl und Watermill Giorgio RS kamen mit 18,4 Zeitfehlern ins Ziel. Schon am ersten Wasser hatte der 15-jährige Wallach ein Eisen verloren. Die Oberösterreicherin musste daraufhin vor allem in den Wendungen mehr Zeit investieren. Mit insgesamt 47,6 Fehlerpunkten verbesserte sich das Paar im Zwischenklassement auf Platz 37.

„Ich bin sehr happy, George war sehr gut – und das bei seinem ersten Geländeritt vor so viel Publikum. Wir haben schon am ersten Wasser ein Eisen verloren. Deshalb musste ich mir in den Wendungen mehr Zeit nehmen, weil wir ins Rutschen gekommen sind. So sind leider einige Zeitfehler entstanden“, berichtete Siegl im EQWO.net-Interview.

Besonders zufrieden war die EM-Fünfte mit der Sicherheit ihres neuen Championatspartners: „Ich bin stolz darauf, wie sicher er die schwierigen Passagen bewältigt hat. Der Kurs war hoch, technisch anspruchsvoll und mit vielen Kombinationen und Wendungen versehen, aber sehr fair.“

Daniel Dunst und Chevalier kämpfen bis zum Schluss

Daniel Dunst und Chevalier 97 hatten für den ersten österreichischen Geländeritt bewusst mehrere längere Wege eingeplant. Der Steirer sollte das Ziel erreichen und dem Team wichtige Erkenntnisse für die folgenden Ritte liefern. Zwei Verweigerungen – eine am ersten Wasser und eine bei der Traktoren-Kombination – brachten jedoch 40 Hindernisfehler. Dazu kamen 58,4 Fehlerpunkte für die Zeit. Dunst liegt mit insgesamt 131,7 Punkten auf Rang 64.

„Das Pferd war ausgezeichnet. Wir hatten vorher besprochen, längere Wege zu wählen, damit der Erste von uns zunächst sicher ins Ziel kommt. Leider hatten wir zwei Verweigerungen. Chevalier war trotzdem großartig und hat bis zum Schluss gekämpft. Es war nicht meine beste Performance, aber mein Pferd war top“, bilanzierte der WM-Debütant im EQWO.net-Gespräch.

Harald Ambros und Vitorio du Montet erreichten ebenfalls das Ziel, wurden danach jedoch aus der Geländeprüfung eliminiert. In der offiziellen Ergebnisliste wird das Paar mit „EL XC“ geführt.

Unmittelbar nach dem Zieleinlauf erklärte Ambros ins EQWO.net-Mikro: „Es ist schade, denn er war im Gelände bis Hindernis 20 oder 21 sehr gut und souverän. Die schweren Passagen hat er wirklich gut gemeistert. Danach hatte er keine Kraft mehr und ist konditionell eingebrochen. Zum Glück hat er sich beim Cooling-down mit viel Eiswasser schnell erholt und war danach wieder fit.“

Großbritannien führt vor Deutschland

Durch Ambros’ Ausscheiden verfügt Österreich im abschließenden Springen über kein Streichergebnis mehr. Die Resultate von Siegl, Khoddam-Hazrati und Dunst ergeben den Mannschaftsscore von 247,6 Punkten. Damit liegt Österreich auf Platz 13 der 16 angetretenen Teams.

In Führung befindet sich Großbritannien mit 75,6 Punkten vor Deutschland mit 90,4 und der Schweiz mit 106,5. An der Spitze der Einzelwertung liegt der Deutsche Michael Jung mit fischerChipmunk FRH und 23,0 Punkten.

Am Sonntag entscheidet das Springen über die Einzel- und Mannschaftsmedaillen.

Österreich nach Dressur und Gelände
:
Lea Siegl (OÖ) – Watermill Giorgio RS: 47,6 Fehlerpunkte, Rang 37
Katrin Khoddam-Hazrati (ST) – Renegade: 68,3, Rang 48
Daniel Dunst (ST) – Chevalier 97: 131,7, Rang 64
Harald Ambros (OÖ) – Vitorio du Montet: im Gelände eliminiert

Teamwertung:
1. Großbritannien – 75,6 Fehlerpunkte
2. Deutschland – 90,4
3. Schweiz – 106,5
13. Österreich – 247,6

Sonntag, 16. August:
12.30 Uhr: Springen, erster Teil
15.30 Uhr: Springen, zweiter Teil und Medaillenentscheidungen
TV: Ab 12.55 Uhr auf ORF ON, ab 15.45 Uhr zeitversetzt auf ORF SPORT+.

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