Aachen absolviert, jetzt geht’s Richtung LA

Österreichs Vielseitigkeitsreiter:innen beendeten die Weltmeisterschaft in Aachen am Sonntag mit zwei Einzelplatzierungen. Lea Siegl und Watermill Giorgio RS belegten Rang 31, Katrin Khoddam-Hazrati und Renegade wurden 49. In der Teamwertung erreichte Österreich mit 333,1 Fehlerpunkten Platz 14.


Vor der abschließenden veterinärmedizinischen Untersuchung musste Daniel Dunst seinen Sportpartner Chevalier zurückziehen. „Chevalier hat sich heute Früh nicht zu 100 Prozent fit angefühlt. Daher haben wir entschieden, ihn nicht mehr vorzustellen“, erklärte Equipechef Thomas Tesch. Harald Ambros und Vitorio du Montet waren nach dem Geländeritt am Samstag eliminiert worden.

Für die Teamwertung wurden für jedes ausgeschiedene Paar 200 Fehlerpunkte angerechnet, wobei ein Ergebnis gestrichen wurde. Mit den Resultaten von Siegl und Khoddam-Hazrati sowie 200 zusätzlichen Fehlerpunkten kam Österreich auf 333,1 Punkte und belegte im Endklassement Rang 14.

Khoddam-Hazrati zufrieden mit dem Gesamtpaket

Nach einer positiven Verfassungsprüfung gingen Khoddam-Hazrati und Siegl im abschließenden Springen an den Start. Katrin Khoddam-Hazrati und Renegade beendeten den Parcours im großen Stadion mit 12,8 Fehlerpunkten – drei Abwürfen und 0,8 Punkten für Zeitüberschreitung. Mit insgesamt 81,1 Fehlerpunkten belegte das steirische Paar bei seiner ersten Weltmeisterschaft Rang 49.

„Renegade war sehr nervös und hat den Kopf immer wieder nach unten gezogen. Trotzdem ist sie am Anfang wirklich gut gesprungen. Die Tripelbarre ist nach einer leichten Berührung gefallen. Die Fehler an den Oxern sind passiert, weil ihr auf diesem hohen Niveau noch etwas Erfahrung fehlt. Insgesamt bin ich mit dem Gesamtpaket sehr zufrieden – auch mit der Dressur. Sie hat bereits im Vorjahr bei der EM in Blenheim abgeliefert. Renegade ist noch ein junges Pferd und hat viel Zeit für ihre weitere Entwicklung. Darauf freue ich mich. Jetzt hat sie sich erst einmal eine Pause verdient“, resümierte Khoddam-Hazrati.

Siegl beendet Georges erstes Championat auf Platz 31

Lea Siegl und Watermill Giorgio RS kassierten im Springen einen Abwurf und 0,4 Fehlerpunkte für die Zeit. Mit 52,0 Punkten aus Dressur, Gelände und Springen erreichte die Oberösterreicherin im Endklassement Rang 31. Für ihren elfjährigen Wallach George war Aachen das erste Championat.

„Ich bin sehr zufrieden. George hat sich heute sehr fit gefühlt. Einen Sprung konnte er nicht richtig einschätzen, dann bin ich eine Spur zu dicht herangekommen. So ist der Fehler entstanden. Aber ich bin super happy mit der Runde. Die Stimmung im Stadion ist schon ein Wahnsinn. Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man hier in Aachen einreiten darf“, sagte Siegl.

„Es war eine Woche voller Auf und Abs“

Equipechef Thomas Tesch zog ein gemischtes Resümee: „Es war eine Woche voller Auf und Abs. Wir bedauern sehr, dass Harald und Vitorio nach der Eliminierung im Gelände nicht mehr zum Springen antreten konnten. Ebenso bitter war, dass Daniels Pferd am Sonntag nicht fit genug für das Finale war.

Der Equipechef hob die Leistungen der beiden österreichischen Finisherinnen hervor: „Lea und Katrin haben sich im großen Stadion sehr gut präsentiert. Renegade ist eines der jüngsten Pferde im Starterfeld und konnte hier wichtige Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln. Auch für George war es das erste Championat – und damit ein sehr gelungener Auftritt und Abschluss. Wir sind froh, dass alle Pferde und Reiter:innen wohlauf die Heimreise antreten können. Aachen war aufgrund der Kulisse und der vielen verschiedenen Disziplinen ein gewaltiges Erlebnis, das uns für immer in Erinnerung bleiben wird.“

Olympia-Qualifikation als nächstes Ziel

Für Siegl richtet sich der Blick bereits auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028: „Nächstes Jahr geht es schon um die Qualifikation für Los Angeles. Ich habe derzeit vier Pferde, die dafür infrage kommen. Ich werde schauen, dass ich alle gut in Schuss halte, um für Los Angeles bestmöglich vorbereitet zu sein.“

Im kommenden Jahr werden bei der Europameisterschaft zwei weitere europäische Teamquotenplätze für Los Angeles vergeben. Ein zusätzlicher Startplatz folgt über den Nations Cup.

„Weil sich bei dieser Weltmeisterschaft bereits fünf europäische Mannschaften qualifiziert haben, könnte bei der EM auch ein sechster oder siebenter Platz für ein Olympia-Ticket reichen“, erklärte Tesch. „Ab 1. Jänner beginnt außerdem die Qualifikationsperiode für die einzelnen Reiter-Pferd-Paare. Dort müssen wir möglichst viele Punkte für die Einzelqualifikation sammeln. Auf diesem Weg sind maximal zwei österreichische Einzelstartplätze möglich.“

Endergebnis Einzel
1. Michael Jung (GER)/fischerChipmunk FRH – 23,0 Fehlerpunkte
2. Rosalind Canter (GBR)/Lordships Graffalo – 23,4
3. Laura Collett (GBR)/London 52 – 28,0
Team Austria:
31. Lea Siegl (AUT)/Watermill Giorgio RS – 52,0
49. Katrin Khoddam-Hazrati (AUT)/Renegade – 81,1
Daniel Dunst (AUT)/Chevalier 97 – zurückgezogen
Harald Ambros (AUT)/Vitorio du Montet – im Gelände eliminiert

Endergebnis Team
1. Großbritannien – 84,0 Fehlerpunkte
2. Deutschland – 95,6
3. USA – 113,5
4. Irland – 122,5
5. Schweiz – 128,1
6. Neuseeland – 145,4

14. Österreich – 333,1

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